TV Nidda - Krofdorf/Gleiberg

Der Sieg war nahe

Nach der deutlichen Auswärtsniederlage gegen Langgöns (23:73) galt es nun am vergangenen Wochenende für die Damen des Bezirksligisten TV Nidda, sich in eigener Halle gegen den TSV Krofdorf/Gleiberg 3 zu beweisen. Nach hartem Kampf, in einem aber jederzeit fairen und bis zum Ende sehr spannenden Spiel musste man sich knapp mit 56:58 (20:28) geschlagen geben.

TV Nidda - Krofdorf/Gleiberg 56:58 (20:28)

Auf Grund einer Doppelbelegung der Gymnasiumhalle mussten das Heimspiel gegen Krofdorf am vergangenen Samstag kurzfristig in die Realschulhalle verlegt werden, sehr zur Freude der Spielerinnen des TV Nidda. Immerhin finden alle Trainingseinheiten in dieser Halle statt, so dass man mit den Korbanlagen der Halle bestens vertraut ist. Diesen "wahren" Heimvorteil schienen die Gastgeberinnen auch wirklich nutzen zu können. Obwohl die von den Gästen praktizierte 3-2-Abwehr die TVN Spielerinnen in der Anfangsphase des Spiels vor leichte Probleme stellte, nutzte man die sich bietenden Wurfchancen aus der Distanz und setzte diese auch in Punkte um, so dass man das erste Viertel mit 15:10 für sich entscheiden konnte. Trotz der mahnenden Worte von Trainerin Kerstin Czekay in der kurzen Viertelpause, diese knappe Führung nicht über zu bewerten und konzentriert in Abwehr und Angriff weiterzuspielen, brach das Angriffsspiel ihrer Schützlinge im zweiten Viertel völlig ein. Zwar zeigte man nach wie vor ein sehr engagiertes Spiel in der Abwehr, dem Angriffsspiel fehlte nun jedoch jedes Tempo, so dass Krofdorf sich in aller Ruhe in der Abwehr positionieren konnte. Zudem produzierte Nidda im Spielaufbau unnötige Fehlpässe, die von den Gästen sofort in Punkte umgesetzt werden konnten. Nach sechs korblosen Minuten, in denen Krofdorf inzwischen mit 22:15 in Führung gegangen war, erlöste ein "Dreier" von Flügelspielerin Julia Ruppel den TVN-Angriff. Dies schien den Niddaer Angriff wachgerüttelt zu haben. Wesentlich konzentrierter ging man nun im Angriff zu Werke, doch selbst beste Wurfchancen konnten nicht in Punkte umgesetzt werden. Der gegnerische Korb schien wie vernagelt. In der Abwehr fehlte nun die nötige Absprache. Die sich dadurch bietenden Lücken nutzte Gästecenterin Wilcke-Powilleit immer wieder zu einfachen Punkten. Zur Halbzeit lagen die Niddaerinnen dementsprechend mit 20:28 zurück. Nach einer klaren Pausenansprache standen die Gastgeberinnen im dritten Viertel deutlich sicherer in der Abwehr. Trotzdem bekam man Wilcke-Powilleit nicht in den Griff, die immer wieder von ihren Mitspielerinnen unter dem Korb angespielt wurde und zunächst auch weiter sicher für ihr Team punktete und mit 24 Punkten Topscorerin ihres Teams wurde. Nachdem diese Spielerin wegen einer hohen Foulbelastung ausgewechselt wurde, kämpfte sich Nidda wieder heran. Trotzdem lief der TVN Ende des dritten Viertels einem 12 Punkte Rückstand (30:42) hinterher. Im letzten Viertel entwickelte sich nun ein sehr spannendes Spiel. Korberfolge der Czekay-Schützlinge wurden im Gegenangriff sofort wieder ausgeglichen, so dass man den Rückstand nicht wirklich verringern konnte. Eine starke Spielphase der Gäste brachte sogar die 55:40-Gästeführung drei Minuten vor Spielende. Mit einer Auszeit versuchte Trainerin Czekay diesen Spielfluss zu unterbinden und ordnete eine wesentlich aggressivere Defense an. Der TVN sollte sehr früh Druck am Ball ausüben und so Fehler im Spielaufbau von Krofdorf provozieren. Diese Taktik ging auch voll auf. Der vorher so sichere Spielaufbau der Gäste kam mit diesem Druck gar nicht zurecht. Immer wieder konnte die Niddaer Abwehr Bälle abfangen und sofort eigene Angriffe einleiten. Hier zeigte sich vor allem Flügelspielerin Anja Faust sehr kaltschnäuzig. All ihre Würfe, darunter auch drei "Dreier" fanden sicher den Weg in den gegnerischen Korb. Die Topscorerin auf Seiten des TVN erzielte allein 20 ihrer insgesamt 26 Punkte im letzten Viertel. Als eine Minute vor Spielende Anja Faust den TVN auf 56:57 unter großem Jubel herangebracht hatte, stand man sogar kurz vor einer kleinen Sensation. Die sehr erfahrenen Krofdorferinnen versuchten nun, die verbleibende Spielzeit ohne Ballverlust herunterzuspielen. Dies wurde jedoch von Nidda durch schnelles Foulspiel verhindert. Die so an die Freiwurflinie gezwungenen Gäste zeigten nun auch Nerven und verwarfen. Leider brachte der Gegenangriff keine Punkte. Der folgende Gästeangriff wurde erneut durch Foul von Centerin Melanie Lorenz gestoppt, die damit wegen ihres fünften Fouls vom Platz musste. Gästecenterin Wilcke-Powilleit verwandelte zumindest einen der beiden Freiwürfe zum glücklichen 56:58-Sieg der Krofdorferinnen, da die sehr gut leitenden Schiedsrichter Reining/Vesper aus Grünberg die Partie kurz danach abpfiffen und dem TVN keine Zeit für einen Angriff mehr blieb. So knapp zu verlieren ist zwar schade, aber im Vergleich zu den letzten Spielen zeigt sich, dass der TVN auf dem richtigen Weg ist. Vielleicht hätte der Druck auf den gegnerischen Spielaufbau etwas früher kommen müssen. Doch das Spiel wurde klar durch die schwachen Leistungen im zweiten Viertel verloren. Trotz der knappen Niederlage war man im Niddaer Team nicht ganz so enttäuscht. "Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass auch wir jungen Spielerinnen Basketball spielen können und wir alle gemeinsam in der Lage sind, im Spiel etwas auszurichten", so der Kommentar von Nachwuchsspielerin Luisa Kirchhof nach dem Spiel. Bleibt zu hoffen, dass Nidda diese guten Ansätze auch in den nächsten Spielen weiter ausbauen kann.

Quelle: Kreis-Anzeiger

TV Nidda

Anja Faust (26), Melanie Lorenz (13), Julia Ruppel (12), Jana Winterberg (3), Christine Amend (2), Kerstin Czekay, Luisa Kirchhof, Karolin Ludwig, Virginia Müller, Tabsi Oehlbrecht, Katharina Weber